Über Siegel, Certs & Co …

… und deren (werblicher) Sinn für Ihre WebSite.

Um gegenüber dem Wettbewerb besser dazustehen, sind Zitate positiv bewertender Aussagen von Dritten zur eigenen Person oder zur angebotenen Leistung oder Produkten durchaus sehr hilfreich. Das gilt natürlich auch und gerade für Ihre Website. Hier können Sie „Testimonials“, Zertifikate oder einfach Zeugnisse über bestandene Prüfungen bzw. einen erfolgreich absolvierte Tests hinzuziehen. Doch welches Mittel führt am ehesten zum Ziel?

Testimonial

Ein Testimonial wird in Wikipedia so beschrieben:

“Im Deutschen kann das Testimonial zum anderen auch eine werbende Person sein, die sich für eine Marke oder ein Produkt ausspricht („Werbebotschafter“), zum Beispiel für die Qualität und Nützlichkeit und/oder die Preiswürdigkeit eines Produkts. Dabei kann es sich um eine reale (lebende oder verstorbene) Person handeln oder auch um eine fiktive Gestalt (Werbefigur). Typische Testimonials sind Prominente, Experten, Mitarbeiter oder stilisierte Nutzer. Bekannte fiktive Testimonials im deutschsprachigen Raum sind bzw. waren der Versicherungsvertreter Herr Kaiser und Klementine.“

Sicherlich eine tolle Sache, aber welcher „normale“ Website-Betreiber hat schon die entsprechenden Kontakte und das nötige Kleingeld für eine solche Aktion?

Zertifikate

Ein Zertifikat basiert im Online-Business üblicherweise auf SSL. Wikipedia schreibt dazu:

„Ein digitales Zertifikat ist ein digitaler Datensatz, meist nach Standards der ITU-T oder der IETF, der bestimmte Eigenschaften von Personen oder Objekten bestätigt und dessen Authentizität und Integrität durch kryptografische Verfahren geprüft werden kann. Das digitale Zertifikat enthält insbesondere die zu seiner Prüfung erforderlichen Daten. Die Ausstellung des Zertifikats erfolgt durch eine offizielle Zertifizierungsstelle, die Certification Authority (CA).“

Das klingt doch schon mal gut, wenn es auch zunächst sehr technisch daherkommt. Aber es lohnt sich ein näherer Blick.

Zeugnis

Ein Zeugnis ist meist eine positive oder negative Aussage zu einer oder mehreren Eigenschaften einer Sache oder eines Prozesses mit der Angabe, wie gut die angestrebte Qualität erreicht wird. Das Ergebnis wird häufig in Form von Punkten oder Zensuren, in einfachen Fällen mittels einer dreistufigen Ampel dargestellt.

Zeugnisse können eine heikle Angelegenheit sein. Vor allem dann, wenn  die bewertende Autorität wirklich neutral beurteilt und das Ergebnis möglicher Weise nicht ganz so gut ausfällt.

Gütesiegel

In jedem Fall ist die Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit oder Fachkompetenz der Person oder Organisation, die beurteilt, von größter Wichtigkeit. Kann man ein Siegel kaufen, hat es so gut wie keinen Wert. Hat die beurteilende Organisation selbst einen guten Ruf, gilt als unabhängig und kompetent, hat das Gütesiegel fast Zeugnis-Status und damit einen recht hohen Wert.

Anwendungsmöglichkeiten für Websites: Server-Zertifikate!

Damit Sie mit Ihrem Shop oder Ihrer WebSite bestehen können, sind mehrere Möglichkeiten sinnvoll bzw. bereits Voraussetzung. Zwei davon möchten wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen. Dabei legen wir den Fokus auf Serverzertifikate, die technisch notwendig sind, aber auch werblich für Sie arbeiten können.

Aufgabenstellung

Ein Serverzertifikat hat mehrere Aufgaben. Zum einen bestätigt es idealerweise, dass z.B. der Shop-Besucher sich tatsächlich auf einer WebSite mit der angezeigten Domain aufhält und dass die Firmierung stimmt . Diesen Zusammenhang hat eine Zertifizierungsstelle, die Certification Authority (CA) vorher überprüft. Die Vertrauenswürdigkeit der Zertifizierungsstelle und die Art und Weise, wie die Prüfung organisiert ist, sind von zentraler Bedeutung bei der Bewertung des Server-Zertifikates.

Die zweite Aufgabe ist eher technischer Natur. Das Vorhandensein eines Zertifikates ist zwingende Voraussetzung, um Inhalte, z.B. eines Mailformulares oder eines Warenkorbes verschlüsselt übertragen zu können.

Qualitätsmerkmale

Erfolgt die Ausgabe des Zertifikates mehr oder weniger auf Zuruf ohne dokumentierte Überprüfung, so ist das Zertifikat ebenso mehr oder weniger wertlos. Solche Zertifikate kann man sich selbst ausstellen oder von entsprechenden Organisationen besorgen. Dem entsprechend sind sie in finanzieller Hinsicht kostenlos oder im wahren Sinne des Wortes umsonst.

Im Idealfall wird die Identität des Domaininhabers oder sogar der Organisation aufwändig überprüft, es gibt Verträge und sogar Versicherungszusagen. Solche Zertifikate sind technisch gesehen kaum unterschiedlich zu den kostenlosen. Sie sind allerdings in Hinsicht auf ihren eigentlichen Zweck wesentlich wertvoller.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass neben der Qualität des eigentlichen Zertifikates auch die Art und Weise, wie es implementiert wird, wesentlich ist, wie gut die resultierende Verschlüsselung funktioniert, wie gut der Server gegen bestimmte Angriffs-Szenarien geschützt ist und also auch, wie gut der Serverbetreiber die Daten seiner Kunden schützt. Man kann durchaus auch sagen, es ist ein Zeichen, wie ernst die Firma ihren Job nimmt.

Prüfsiegel und Qualitätszeugnisse

Die Qualität und die Wirksamkeit eines Serverzertifikats können Sie sich durch mit verschiedene Prüfsiegel bestätigen lassen. Wie bereits oben erwähnt, ist auch hier die Unabhängigkeit und die Fachkompetenz der prüfenden Organisation wichtig. Denn schließlich soll die Aussagefähigkeit des Prüfsiegels jeder kritischen Betrachtung Stand halten. Bei der BB-ONE.net verwenden wir zwei verschiedene Prüfungen für Ihre Zertifikate.

Qualys – ein Qualitätszeugnis für Ihr SSL-Zertifikat

Qualys ist der Weltmarktführer für Informationssicherheit in Unternehmen. Wir verwenden einen automatisierten und formalisierten Test, um im Livebetrieb die SSL-Implementierung, die Verwundbarkeit eines Webservers gegenüber den häufigsten Angriffsszenarien und letztendlich auch die technische Qualität des Zertifikates sowie die Gültigkeit zu bewerten und das Ergebnis zu dokumentieren. Das Ergebnis ist dann eine „Note“ von A+ bis T sowie eine pdf-Datei mit allen Einzelergebnissen. Zum Umfang gehören fachlich hochwertige Hinweise zur Verbesserung. Die pdf-Datei wird einerseits bei uns dokumentiert (falls es sich um einen Bestandskunden handelt) sowie dem Kunden ausgehändigt.

Siwecos – Wertesiegel über die Sicherheit Ihres CMS

Hierbei handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt, das der „eco, Verband der Internetwirtschaft e.V.“ federführend betreut. Auch hier wird ein automatisierter und formalisierter Test durchgeführt, der eine Reihe von Sicherheitsprüfungen beinhaltet. Der Schwerpunkt dieses Testes liegt im Bereich Sicherheit des verwendeten Content Management Systemes. Auch hier liegt ein umfangreicher Bericht mit Hinweisen zur Verbesserung vor. Zusätzlich kann ein regelmässiger Test eingerichtet werden. Dies kann dann mit Hilfe eines in die WebSite eingebundenen Siegels dokumentiert werden.

Warum der Aufwand? Best Practice!

Die sichere Einrichtung sowohl eines Webservers als auch eines beliebigen Content Management Systemes/Shops unter Berücksichtigung zeitgemässer Anforderungen ist zwar kein Hexenwerk, aber auch nichts, was man mal „nebenbei“ erledigen kann. In jedem Fall müssen nach erfolgter Erstinstallation, noch vor dem Launch Tests, wie oben beschrieben durchgeführt und dokumentiert werden.

Die beiden Testsuiten sind in diesem Kontext hilfreich und durchaus geeignet, einen sinnvollen Sicherheitsstand zu erreichen. Aber sie tun deutlich mehr, denn sie stärken Vertrauen Ihrer Websitebesucher einerseits. Und andererseits können Sie darauf vertrauen, dass Ihre Website in Sachen Performance die Nase ganz vorne hat.

Allerdings reicht es nicht, einmal erfolgreich bestanden zu haben. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Und nach jedem Update an der WebSite, bspw. durch hinzufügen von Funktionserweiterungen, ist die Wiederholung der Tests Pflicht. Weil diese Änderungen nämlich auf die Performance erfahrungsgemäß Auswirkungen haben.

Die Bestätigung bzw. Dokumentation der Sicherheitstest gehört also nicht nur in die TOM-Liste (Technische und organisatorische Massnahmen) bzzgl. Datenschutz und -Sicherheit/DSGVO. Sie können und sollten die guten Testergebnisse unbedingt in der Kommunikation mit dem Kunden einsetzen. Denn schließlich geht es dabei um seine Sicherheit und seinen Anwendungskomfort! Und hier geht auch dem Marketing-Verantwortlichen das Herz auf: Tue Gutes und sprich darüber.

Digitale Positionierung und ihre 4 Aspekte

Der Fokus

Mitarbeiterführung, Teamentwicklung, Produkt- und Dienstleistungsdesign, gute Fachkräfte gewinnen, Kümmern um Vertriebswege, Kundenbeziehungen und – besonders aktuell – mit engem Controlling schauen, dass man gut durch die aktuelle Krise kommt … puh, es gibt auch schon in „normalen Zeiten“ verdammt viel zu tun! Was gut tut, doch gerne zu kurz kommt, ist die Strategie. Strategie kommt vom griechischen strategós, was eben so viel wie Hügel heißt – also den Überblick gewinnen. Es geht also um strategische Überlegungen (auch beim Thema digitale Positionierung). Die gute Nachricht ist, dass sich diese lohnen, denn sie unterstützen sehr gut darin, dann umso besser den Roten Faden auch durch die genannten Themen zu finden.

Digitale Positionierung

… zwei mächtige Worte treffen einander: Digitalisierung ist in aller Munde, doch was heißt das? „Hastig ein paar Online-Videokonferenzen und den Mitarbeitern ein Home-Office gebaut“, simsalabim und nun, sind wir nun „digitalisiert“? Die nüchterne Antwort lautet natürlich nein. Ohne strategische Positionierung können wir uns all das und auch die damit verbundenen Investitionen sparen.

Im Weiteren geht es darum, einen Roten Faden aufzuzeigen, wie ein ganzheitlicher Positionierungsprozess gut gelingen kann sowie um einen ersten Blick Richtung Umsetzung. Die digitale Positionierung ist dabei dann letztlich nichts anderes als die Übertragung in die digitale Welt.

Zunächst also die Frage, welche vier Aspekte den Roten Faden ermöglichen:

Das Rad der 4 Aspekte für eine gute Positionierung

Abb. 1: Das Rad der 4 Aspekte gelungener Positionierung, ©Roter Faden Consulting, Hermann Häfele.

Die 4 Aspekte in der Übersicht

Das Rad der 4 Aspekte für eine gute Positionierung:

  • Mission/Sinn und Ausrichtung: Herz
  • „besondere Kompetenzen: Plus
  • „Wirtschaftlichkeit: Preis/Geld
  • „Engpässe: Blitz

Im Folgenden gehen wir Schritt für Schritt durch alle Aspekte und überlegen anschließend, welche Wechselwirkungen sie miteinander haben. Alle Aspekte sind miteinander verbunden.

1. Der Herzaspekt im Norden des Rades

Wer erfolgreich sein will, muss wirklich gerne tun, was er tut, und zwar für Menschen und/oder Unternehmen, die dazu passen.

Stellen Sie sich hier folgende Leitfragen:

  • Was sind unsere Leidenschaften?
  • Wofür brennen wir?
  • Was liegt uns wirklich besonders am Herzen?
  • Was sind unsere Visionen und Ziele?

Und:

  • Mit bzw. für welche Zielgruppe wollen wir am liebsten arbeiten? Das können Menschen oder Unternehmen bzw. Organisationen sein.
  • Warum ausgerechnet die? Weshalb ist es uns ein Herzensanliegen, diesen Menschen/Unternehmen mit Problemlösungen zu dienen?

2. Das Plus für Stärken und Kompetenzen im Osten des Rades

Eventuell haben Sie schon öfter gehört, dass man sich der eigenen Stärken bewusst werden soll. Hier geht es um mehr, nämlich um echte „Tiefenbohrung“. – Was zeichnet Sie ganz besonders aus? Bohren Sie also tiefer als „kundenorientiert“, „kompetent“ oder „servicebewusst“! Das behauptet inzwischen nahezu jedes Unternehmen auf seiner Homepage. Was heißt das in Ihrem Falle genau?

Fragen, die hier den Weg weisen:

  • Was ganz genau sind unsere Stärken und besonderen Eigenschaften?
  • Welche Stärken und Kompetenzen hat niemand außer uns?
  • Welche zusätzlichen Kompetenzen benötigen wir, um optimale Problemlösungen für die Herz-Zielgruppe anzubieten?
  • Mit wem also könnten/müssten wir zusammenarbeiten, gerade bei Themen, die wir nicht selbst machen können oder wollen?
  • Ergänzend für die digitale Positionierung:
    Welche passenden Partner brauchen wir, um unsere Problemlösungen in der digitalen Welt bestmöglich umzusetzen?
    Beispiele dazu – Vorsicht, Werbung! – mögen auch Dienstleister für sichere und effektive Infrastruktur sowie technische Verlässlichkeit sein, wie etwa die BB-ONE.net, oder aber für bestmögliche „Abholung“ und für Weiterbildung der Mitarbeiter auf dem Wege in die digitale Welt, wie etwa die CQ Beratung+Bildung GmbH.

3. Wirtschaftlichkeit und Finanzen (Preisfindung) im Süden des Rades

Es gehört zu einem erfolgreichen Positionierungsprozess, auch die Geldfrage zu betrachten – als Abgleich mit der aktuellen Ist-Situation sowie als Gradmesser, ob die Positionierung erfolgversprechend ist. Dabei geht es nicht um Gewinnmaximierung, wie in der klassischen Betriebswirtschaftslehre, sondern um Nutzenmaximierung, denn strategische und digitale Positionierung für kundenorientierte Unternehmen nach dem Roter-Faden-Prinzip basiert auf der Engpass-konzentrierten Strategie nach Prof. Wolfgang Mewes (1924-2016). Mewes hätte gesagt: „Zunächst geht es um den Nutzen, der Umsatz bzw. Gewinn werden als angenehme Nebenwirkung folgen.“

Beispiele für Fragen, die hier richtig verortet sind:

  • Wie viel ist es der Zielgruppe wert, dass ihr Engpass (= brennendstes Problem, siehe unten) gelöst wird?
  • Was gewinnt die Zielgruppe durch Ihre Lösungen?
  • Was würde es sie kosten, wenn sie Ihre Lösungen nicht nutzen würde oder aber selbst abdecken müsste?
  • Wie zahlungskräftig ist die Lieblingszielgruppe wirklich?
  • Wie müssen Lösungspakete ggf. geschnürt werden, damit sie von der Zielgruppe angenommen und gerne bezahlt werden?

4. Der Blitz als Symbol für Energie im Westen des Rades

Der Unternehmensberater und Autor Peter Sawtschenko hat immer wieder darauf hingewiesen: In einem gelingenden Positionierungsprozess ist es sehr wichtig, das „brennendste Problem“ (= Engpass) der Zielgruppe zu identifizieren und dafür Lösungen anzubieten. Je drängender die Lösung des Problems ist, desto höher ist die „Leidensenergie“ auf der Seite Ihrer Kunden.

Fragen, die Sie bei diesem Aspekt weiterbringen:

  • Was ganz genau ist der brennendste Engpass Ihrer Zielgruppe?
  • Wie genau äußert sich der Engpass?
  • Wie groß ist das „Leiden“ der Zielgruppe und was wäre es ihr wert, eine gute Problemlösung zu bekommen?
  • Was ist der objektive Engpass und was ist der „gefühlte“ Engpass?
  • Ergänzend für die digitale Positionierung:
    Messen Sie die Effektivität des Einsatzes Ihrer Marketingmittel?
    Wenn Sie all diese Fragen nicht sehr scharf herausgearbeitet und die dazu am besten passenden Keywords gefunden bzw. definiert haben, brauchen Sie gar nicht erst über Online-Aktivitäten nachzudenken.
    Tun Sie das – ggf. mit Hilfe guter Dienstleister – und Sie haben die passende „Übersetzung“ in die digitale Welt! Es ist erstaunlich, doch der Google-Algorithmus ist mittlerweile längst so „intelligent“, dass er tatsächlich erkennt, ob etwas für eine Zielgruppe wirklich nützlich ist.
4-fach-Tischtennis

Abb. 2: „Tischtennis zu viert – Die Wechselwirkungen“, ©Roter Faden Consulting, Hermann Häfele.

Wechselwirkungen

Wie oben beschrieben, gibt es starke Wechselwirkungen zwischen den 4 Aspekten. Wirklich hilfreich ist es – im wörtlichen und im übertragenen Sinne des Wortes – in Bewegung zu kommen.

4-fach-Tischtennis“:

Es geht sowohl hin und her, als auch im Kreis herum…

Stellen sie sich den Prozess vielleicht ein bisschen so vor, wie vier Leute, die miteinander Tischtennis spielen und sich immer wieder mal in die eine, mal in die andere Richtung um den Tisch herumbewegen!

Die folgenden (ausgesuchten) Beispiele mögen einige der Wechselwirkungen veranschaulichen:

  • Norden und Süden:
    Sie können sich noch so sehr in eine Zielgruppe „verlieben“ – wenn diese nicht die Mittel hat (auf welche Art und Weise auch immer), Sie zu bezahlen, wird das Geschäft nicht zustande kommen
  • Osten und Westen:
    All Ihre Kompetenzen und Stärken (und ggf. die Ihres Unternehmens) nützen Ihnen nichts, wenn diese nicht auf einen mindestens gefühlt brennenden Engpass treffen.
  • Westen und Osten:
    Gleichzeitig gilt es, Ihre Stärken und Kompetenzen so scharf herauszuarbeiten, dass möglichst Sie und nur Sie das gegebene Problem (so gut) lösen können.

Umsetzung

Es ist überaus lohnend, sich auf einen Positionierungsprozess einzulassen und sich klarzumachen, was in diesem Rahmen digitale Positionierung bedeutet. Sie wissen erst, welche Stärken und Kompetenzen es für eine passende Problemlösung braucht, wenn Sie sich auf den Nutzen(!) Ihrer Kunden ausrichten. Der Nutzen ist das, was der Kunde davon hat, wenn sein Engpass gelöst wird. Und je mehr Sie das tun, desto mehr werden Sie erfreuliche Nebeneffekte in Ihren Unternehmenskennziffern sehen. Bei konsequentem Vorgehen und mit dem Mut einer immer gezielteren Ausrichtung haben Sie kaum noch Konkurrenz, denn das, was Sie tun, tut und kann dann sonst niemand – zumindest nicht auf diese Weise.

Der Nutzen des vorgestellten Modells der 4 Aspekte reicht weit darüber hinaus und bis tief hinein in die Umsetzung. Denken Sie z.B. auch an Aspekte wie die Mitarbeitergewinnung! Vielleicht ein Thema für eine Fortsetzung, es sei hier aus Platzgründen nur kurz angedeutet:

  • Mit welchen Menschen arbeiten Sie gerne (im Modell der Aspekt im Norden)?
  • Welche Kompetenzen und Neigungen sollten Ihre Leute haben (Osten),
  • … um welche Engpässe/Herausforderungen der Leistungserbringung bei Ihnen (Westen) bestmöglich zu lösen?
  • Was sollten Sie bereit sein, in diese Menschen zu investieren (Süden)?

Ein letztes Beispiel:

Denken Sie – beim Thema Umsetzung – auch an das zielgerichtete Marketing! Auch das ließe sich auf dem Rad abbilden und tangiert alle Aspekte. Je besser Sie im eigentlichen Prozess gearbeitet haben (Nutzen identifizieren), umso besser wird es Ihnen gelingen, Ihre Botschaft bzw. Ihr Angebot zu formulieren und an die Zielgruppe zu bringen.

Wenn Sie so mögen, geht es im Marketing insbesondere darum, den Norden, Westen und Osten bestmöglich zu verbinden. Und das ist wichtig. – Der Marketingexperte, Autor und Redner Hermann Scherer sagt zu diesem Thema: Kompetenz bringt €500,-, Gänsehaut bringt €10.000,-!

Fazit

Wir haben also festgestellt, dass eine digitale Positionierung letztlich nichts anderes ist als die Übertragung einer guten Strategie in die digitale Welt. Alle genannten Leitfragen gelten für beide Welten. Man könnte sagen, eine strategische Positionierung ohne Betrachtung der digitalen Implikationen ist heutzutage naiv und in aller Regel kaum noch denkbar. Gleichzeitig sind allerdings ebenso wahllose Digitalisierungsmaßnahmen ohne Strategie dahinter verbranntes Geld und Energieverschwendung.

Nutzen Sie also den Laser und nicht die Schrotflinte!


Portrait Hermann Haefele - Roter Faden Consulting

Foto: ©elkjefoto.de

Der Autor

Hermann Häfele unterstützt und begleitet Unternehmen darin, engpass- und stärkenorientiert ihren eigenen Roten Faden zu finden. Er ist Experte für strategische Positionierungsprozesse und ihre Umsetzung in Unternehmensführung und -management.

Homepage: www.roter-faden-consulting.de
Kontakt: h.haefele [at] roter-faden-consulting.de

Im Vergleich: Standardpaket vs. Maßanfertigung

Serverservices und Hostingangebote als Standardpakete mit festen Features können Sie überall finden. Doch erfüllen diese tatsächlich alle Ihre Anforderung an die notwendigen Serverservices? Diese Frage ist berechtigt, denn die Praxis zeigt, dass sich die Kundenwünsche an hochwertige Online-Angebote oft sehr deutlich von typischen Standard-Anforderungen der 08/15 Websites unterscheiden. Sie brauchen meistens eine Maßanfertigung. Doch leider ist dieser Umstand nur den wenigsten Anwendern bewusst.

Was das genau bedeutet, wollen wir in einem Praxisbericht über ein erfolgreich abgeschlossenes Kundenprojekt der BB-ONE.net zeigen.

Der Fall

Der Betreiber eines speziellen Medizin-Portals, welches sich an Ärzte und Krankenhäuser richtet, war mit der bisherigen technischen Performance unzufrieden. Da man ohnehin einen Relaunch plante, um das Portal an mobile Endgeräte anzupassen, war der Zeitpunkt für eine technische Generalüberholung günstig. Daher beauftragte der Bereiber eine Potsdamer Online-Agentur, die in den letzten Jahren bei ähnlich gelagerten Anfragen erfolgreich gearbeitet hatte. Diese wandte sich wegen der guten Erfahrungen in Sachen performanter Server-Infrastruktur wiederum an die BB-ONE.net.

Wichtige Anforderungen

Eine kurze Funktions-Beschreibung des Portales verdeutlicht den Anspruch, der weit über eine normale WebSite hinausgeht und deshalb auch nicht mit Standardpaketen auskommen konnte:

  • In diese Medizin-Anwendung sind mehr als 2500 verschiedene Analysen (Labortests) integriert. Diese wiederum müssen verschiedenen Bereichen dynamisch zugeordnet werden können. Der Benutzer kann mittels dieses Auswahlwerkzeuges die speziell für seine Fragestellung in Frage kommenden Analysen auswählen, Details anzeigen lassen und dann beauftragen.
  • Diese Auswahl ist alternativ auch über eine integrierte Suchmaschine erreichbar.
  • Das jeweilige Ergebnis lässt sich zusätzlich als Druckausgabe verwerten.
  • Über Nacht wird ein tagesaktuelles Verzeichnis über alle möglichen Analysen für eine zusätzlich bereitgestellte App exportiert.

Der eigentliche Relaunch war schon einigermaßen anspruchsvoll, da allein aus juristischen Gründen erhebliche Anforderungen an das technische Design vorlagen. Aber auch die Kundenvorgaben zur Performance waren einerseits ganz klar:

„Das muss deutlich schneller werden!“

Und:

„Beim Neu-Indizieren der Dokumentendatenbank darf der Server nicht in die Knie gehen!“

Andererseits konnte bis dato niemand sagen, wo genau der Performance-Schwachpunkt lag. Immerhin hostete man das Portal bei einem der bekanntesten Anbieter für Agentur-Hosting mit dem grössten Server Standardpaket. Man dachte, das würde schon ausreichen. Ein gefährlicher Trugschluss, wie sich später herausstellte.

Eine neue Erfahrung

Dennoch lies sich der Kunde darauf ein, die Welt der Standardpakete zu verlassen und eine überraschende neue Erfahrung zu machen. Er erteilte den Auftrag. Daraufhin sammelte die BB-ONE.net alle verfügbaren Informationen sowohl beim beauftragenden Kunden als auch bei dessen bisheriger Online-Agentur ein. Diese kooperierte im Sinne des Kunden dankenswerter Weise sehr gut. Die neue, übernehmende Potsdamer Agentur führte alle Daten und Fakten zusammen und definierte ein Anforderungsprofil mit dem erklärten Ziel „schneller & stabiler“.

Festlegung der Anforderungen

Zunächst legte man gemeinsam die wichtigsten Kriterien fest:

  • wenigstens während der Entwicklungszeit und während der Startphase:
    • überdimensionierter Arbeitsspeicher (RAM) und CPU-Ressourcen
    • überdimensionierter Speicherplatz in einem SSD-Raid-System
  •  bereits während der Entwicklungszeit, aber auch während des normalen Betriebes:
    • eine getrennte Entwicklungsumgebung
    • eine ActiveBackup-Instanz (das ist ein spezieller Service bei uns, der quasi einen Spiegelserver darstellt)
    • aktuelles PHP 7.3, Geschwindigkeits-optimierter Datenbank-Server
    • HTTP/2 und ebenfalls auf Geschwindigkeit getrimmte SSL-Konfiguration
    • als Webserver NGINX statt Apache (skaliert deutlich besser)

Erste Erfolge werden sichtbar

Die Agentur entwickelte das Portal mit dem aktuellen TYPO3 komplett neu. Schon zu diesem Zeitpunkt stellte sich ein erster Erfolg ein: Das neue Backend war deutlich flotter als das alte. Und die Indizierung der Suchmaschinen-Inhalte führte nicht mehr zum „Einfrieren“. Der Kunde bemerkte beide Verbesserungen von ganz allein und betätigte diesen ersten Erfolg.

Kleine Stolpersteine

Am Rande sei ein Vorkommnis erwähnt, welches sicherlich nicht zur Normalität gehört. Aber bei Projekten dieser Größenordnung können derartige Überraschungen schon mal vorkommen. Der Kunde verfügte nämlich löblicher Weise bereits über ein Server-Zertifikat, das er gerne weiterverwenden wollte. Also wurde die „Alt-„Agentur gebeten, vom bisherigen Server sowohl den Server-Key als auch das Zertifikat und das von der Certificate Authority verwendete Chain-Certifikate zu kopieren und bereitzustellen. Das erfolgte dann auch, mit einem großen „Aber“.

Man lieferte das Zertifikat im eher ungewöhnlichen GFX-Format. Zusätzlich war der Server-Key dann auch noch mit einem Passwort versehen. Diese gut gemeinte Absicht bedeutete im Klartext, dass jedesmal beim Neustart des Servers oder des Webserver Apache eben dieses Passwort auf der Kommando-Zeile eingegeben werden musste. Das ist im Bereich Web-Hosting ein extrem ungewöhnliches Verfahren, besonders in der Entwicklungsphase auch noch extrem lästig. Denn Neustarts kommen hier – im Gegensatz zum Regelbetrieb – häufiger vor. Also musste man das Passwort aus dem Serverkey entfernen, was dann mit etwas Aufwand schließlich auch gelang.

Ziel erreicht

Der eigentliche Relaunch ging glatt über die Bühne. Um die erwartete tatsächliche Geschwindkeits-Steigerung auch belegen zu können, richtete die BB-ONE.net im Monitoring System eine Messung jeweils für http, https und ICMP/Ping ein. Da diese bereits im Vorfeld schon lief, konnte die deutliche Performance-Verbesserung zwischen „alt“ und „neu“ bewiesen werden. Die nachfolgende Graph zeigt, dass ein Ziel, nämlich mehr Schnelligkeit, erreicht wurde. Und man erkennt, wann der Relaunch stattfand.

Die Auslieferungsgeschwindigkeit steigt am Tag des Relaunches deutlich. Man sieht, wie viel schneller die WebSite geworden ist. Daran beteiligt waren mehrere Aspekte:

Dieser Graph lässt gut erkennen, wann der Relaunch durchgeführt wurde.
  1. die verwendete Servertechnik
  2. schnelleres PHP
  3. NGINX statt Apache
  4. weitere Verbesserungen wie HTTP/2, SSL-Implementierung etc.

Fazit: Standardpakete haben ihre Grenzen

Maßarbeit erwies sich hier tatsächlich effektiver als das Angebot „Von der Stange“. Zugegeben, im beschriebenen Fall handelte es sich um eine besonders anspruchsvolle Anwendung. Aber sie zeigt die Grenzen und Schwächen der Standardpakete von Massenhostern am deutlichsten. Agenturen bedienen sich dieser Paketangebote sehr gerne, weil sie zunächst einfach zu händeln und billig einzukaufen sind. Das ist durchaus verständlich. Aber als reine Wiederverkäufer haben sie dann meistens keine Möglichkeiten und selten die technische Qualifikation, auf die Performance der Systeme aktiv Einfluss zu nehmen. Ihnen fehlt der echte Einblick in die Überwachung von Lastproblemen und damit fehlen ihnen auch Optimierungsmöglichkeiten.

Hier sind diese Agenturen in bester Gesellschaft, denn auch der Massenhoster bekommt einzelne Lastprobleme oft nicht mit. Schließlich besteht seine Aufgabe darin, das Große und Ganze im Blick zu behalten. Doch selbst wenn solche kritischen Anwendungen wie jene aus der Medizintechnik zur Zeit noch die Ausnahme sind, werden die Ansprüche von Online-Geschäftsanwendungen an die Server-Performance zunehmen. Die großen Hosting-Anbieter werden daraufhin sicherlich ihre Standardpakete zu vermeintlich maximal großen Kanonen aufpumpen, die allerdings bei genauem Hinsehen dann doch nicht mehr wirklich preiswert sind. Denn die meisten Agenturen können mit vielen extra Paket-Features gar nichts anfangen. Und das Problem der fehlenden Flexibilität in Sachen Skalierbarkeit bleibt weiterhin ungelöst.

Eine Maßanfertigung bleibt flexibel.

So erstaunlich das klingt, aber Speziallösungen sichern bei richtiger Planung und Umsetzung den Spielraum für Wachstum und Beschleunigung, ohne wirklich teurer zu sein. Und wenn die durchführende Agentur ihre technischen Grenzen richtig einschätzt und einen Managed Hosting Spezialisten wie die BB-ONE.net hinzuzieht, dann kann man unterm Strich sogar Geld und Zeit sparen und kommt zu befriedigenderen Ergebnissen.