Digital souverän dank Datensicherung und Backup

Dieser Aussage „einer nach dem anderen“ bzw. „Kunde für Kunde“ weist auf eine manuelle Rücksicherung aus einer klassischen Datensicherung hin. So etwas dauert bei einem Totalverlust von Daten tatsächlich sehr lange, weil sehr grosse Datenmengen kopiert werden müssen. Und da sind wir dann auch bei einem wesentlichen Unterschied im Vergleich zum Backup. Anders als umgangssprachlich verwendet, ist Backup ein vollständiger, selbständig einsetzbarer Ersatz. Und der wird „einfach“ nur gestartet, wenn er gebraucht wird.

Beispiele für echtes Backup

Hier ein paar Bespiele für typische Backups:

  • eine Netzersatzanlage im Umfeld von Rechenzentren. Das sind dann eben (in der Regel: Schiffs-) Diesel-Aggregate, die bei Ausfall der normalen Stromnetzversorgung ebendiesen „ersetzen“, nachdem vorher für einige Minuten die USV gearbeitet hat.
  • ein echter Replikationsdienst, wie es zum Beispiel bei der BB-ONE.net als „ActiveBackup“ . Hier wird standardmäßig ein Spiegelserver für den ausgefallenen Live-Server vorgehalten. Der Start dieses „Ersatzspielers“ dauert nur Sekunden bis wenige Minuten.

Doch zurück zu dem hier behandelten Fall. Es war also kein Backup vorhanden, sondern nur eine (offenkundig mangelhafte) Datensicherung. Das Backup hätte noch am selben Tag, wenige Minuten oder Stunden nach dem Ausfall des Live-Systems zur Verfügung gestanden. Dann würden auch nur die Datensätze fehlen, die seit der letzten Backup-Aktualisierung angelegt wurden.

Solche Verfahren wendet man übrigens sowohl im normalen Hosting als auch in verteilten Umgebungen (Cloud!) an. Dass solche Sicherungsmechanismen preislich eher nicht im Billigsegment zu finden sind, ist klar. Aber in Abwandlung des oft gehörten Satzes: „Nach ganz fest kommt ganz locker“ gilt hier: Nach ganz billig kommt ganz teuer. In diesem behandelten Fall dürfte es sich bei Einzelkunden um Millionenschäden handeln, andere werden die Sache vielleicht nicht überleben.

Fazit

Wir hoffen natürlich, dass Ihr Unternehmen von keinem der beiden Vorfälle betroffen war. Für diejenigen unter Ihnen, die vorhaben eine geschäftskritische Anwendung wie z. B. ein Ticketsystem oder eine Plattform für Zusammeanarbeit und Projektsteuerung „in die Cloud“ zu bringen, stellen, geben wir nun ein paar abschließende Regeln mit auf den Weg.

Die wichtigsten Regeln

1. Souveränität im eigenen Handeln ist eine wichtige Voraussetzung für dauerhaften Erfolg Ihres Unternehmens.

Souveränität ist ein erstrebenswertes Ziel auf jeder unternehmerischen Ebene. Ein gradueller Verzicht kann sinnvoll sein, wenn er geplant und absichtsvoll erfolgt. Aber er muss zu Ihren Unternehmenszielen passen. Das gilt auch und besonders für Ihre digitale Souveränität. Hier ein paar Lese-Tipps zum Thema:

2. Wiederherstellungszeit von Software Services in der „Cloud“

Wenn es um die Wiederherstellung eines Software-Services geht, ist die dafür benötigte Wiederherstellungszeit ein wesentliches Kriterium. Daher sollten Sie die Methode „Backup“ der Methode „Datensicherung“ vorziehen. Das gilt um so mehr, wenn es sich um unternehmenskritische Services handelt. Denn damit verringern Sie Ihre „Cloud Risiken“. Beide Methoden können natürlich auch kombiniert werden. Fragen Sie Ihre Agentur oder Ihren Internet Service Provider. Einige können und machen übrigens beides.

3. Augen auf bei der Partnerwahl

Das gilt natürlich grundsätzlich. Aber besonders dann, wenn Sie Geschäftsprozesse „in die Cloud“ auslagern, sollten Sie SLAs und technische Gegebenheiten des Cloudbetreibers besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Denn unter den oben genannten Voraussetzungen können Sie die Cloud Risiken minimieren und trotzdem Ihre digitale Souveränität zu einem wesentlichen Teil bewahren.