Zur Abwechslung …

… mal etwas Bewährtes.

Endlich mal wieder ein neuer Webcast! Ursprünglich hatten wir den Titel „Lassen Sie Ihren Betrieb nicht im Dunkeln stehen!“ vorgesehen. Aber dann entschieden wir uns für einen Klassiker: „Best Practice: USV für KMUs“. Klingt jetzt technisch „etwas“ nüchtern, ist es aber nicht. Denn tatsächlich gehört dieser Videobeitrag eher in die Rubrik „besser schlafen können dank sicherer IT“. Und somit ist es ganz klar ein interessantes Thema für Unternehmerinnen und Unternehmer bzw. Selbständige und Entscheidende.

Ja, Sie lesen richtig. Auch bei uns ist das „Gendern“ jetzt angekommen. Wir haben es zwar beim Texten nicht so mit den „*/_/Innen“. Das schreibt und liest sich unserer Meinung nach einfach nicht gut genug. Aber die sprachliche Gleichstellung des weiblichen Geschlechts finden wir natürlich richtig und wichtig. Schließlich beträgt unsere eigene Frauenquote auf allen Ebenen 50%. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach sprachlichen Alternativen begeben und die Ergebnisse in unserem Ratgeber für „Gendern in Online-Texten“ zusammengetragen. Es war erfrischend zu erleben, welchen Abwechslungsreichtum die deutsche Sprache so bietet.

Tatsächlich hat uns diese Ausgabe mal wieder richtig Spaß gemacht. Es ist schön, dass wir Themen gefunden haben, die technisch, kaufmänisch und redaktionell Interessierte ansprechen dürften. Denn eine sinnvolle Abwechslung – auch mit Rückgriff auf altbewährtes – tut einfach gut.

Wir hoffen, dass es Ihnen genau so gut damit geht.

Also, viel Freude!

Ihre eBusiness Lotsen Berlin

 

Gendern in Online-Texten

„Haben Sie heute schon ‚gegendert‘?“

Also, ganz ehrlich – ausgesprochen klingen diese neuen Gender-Formeln schon seltsam genug. Aber in Schriftform scheint der vermeintliche „Gender-Wahn“ das Schreiben guter Online-Texte fast unmöglich zu machen. Dabei kommt es doch gerade bei Online-Texten auf eine gute Verständlichkeit an. Da sollen die Formulierungen lesefreundlich, glatt und prägnant sein. Also was tun, wenn man nicht „AnwenderInnen“, „Besucher:innen“ oder „Kund*innen“ schreiben will? Gerade bei dem letztgenannten Beispiel wird deutlich, dass das Gendern seltsame Blüten treiben kann.

In diesem Beitrag wollen wir versuchen, Ihnen mit ein paar Sprachtipps aus der Misere zu helfen. Und an der einen oder anderen Stelle wollen wir Sie ermutigen, sich nicht vollkommen verunsichern zu lassen. Wenn es einer verständlicheren Schreibweise dient, dürfen Sie unter bestimmten Umständen sogar auf das „Gendern“ verzichten.

Die Legitimation

Um es vorneweg zu nehmen: Ich darf Ihnen als Autorin (!) dieses Beitrages diese Tipps geben und für bestimmte Textarten einen Persilschein ausstellen. Denn mit meinen über dreißig Jahren Berufserfahrung als  Informatikerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Industriekauffrau in verschiedenen Unternehmen begleitet mich die Gleichstellung der Frauen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft schon sehr lange. Anfang der 80er Jahre habe ich mit meinen „MitstreiterInnen“ (Hier waren es Frauen UND Männer!) darum gekämpft, von der IHK nicht zur „Kaufmännin“ gemacht zu werden. Jetzt bin ich Geschäftsführerin eines IT-Unternehmens, also Chefin, aber keinesfalls „Bossin“.

Sicherlich bin ich allein schon dadurch eine Ausnahme, dass ich über Jahre hinweg in einer Männerwelt in einem „Männerjob“ meine Frau gestanden habe. Aber vielleicht erlaubt mir genau diese Sichtweise, Ihnen die Freiheiten des Schreibens neu zu erschließen bzw. etwas Erleichterung zu verschaffen.

Was sagt der Duden zum Gendern?

Der Duden ist zwar inzwischen nicht mehr das einzige Medium mit der Deutungshoheit für die deutsche Sprache. Aber dieses Lexikon definiert immer noch die allgemein gültigen Regeln. Daher ist es interessant zu wissen, was dieses Regelwerk zum Thema „Geschlechter­gerechten Sprach­gebrauch“ schreibt:

Bei Bezeichnungen wie die Antragsteller; alle Schüler; Kollegen ist sprachlich nicht eindeutig, ob nur auf Männer referiert wird oder ob auch andere ­Personen gemeint sind. Das Deutsche bietet eine Fülle an Möglichkeiten, geschlechtergerecht zu formulieren. Es gibt dafür allerdings keine Norm. Im aktuellen Rechtschreibduden geben wir einen Überblick über verschiedene Optionen. (Weiterlesen …)

Im Zentrum der Diskussionen steht eigentlich die Kritik am „generischen Maskulinum“, also z. B. um „Arzt/Ärzte“. Gemeint sind ALLE Menschen dieser Berufsgruppe, aber explizit benannt sind nur die männlichen. Das mag seine Ursachen darin haben, dass Frauen über Jahrhunderte hinweg in vielen Bereichen des Alltagslebens einfach nicht vorkamen (oder vorkommen durften). Und das ist der eigentliche Kern des Problems: Die Sprache bestimmt unser Denken und spiegelt unser gesellschaftliches Wertesystem. Daher ist es wichtig, dass die „Geschlechtergleichstellung“ auf allen Ebenen stattfindet. Deshalb müssen wir uns auf die Suche nach alternativen Schreibweisen machen. Doch das bedingungslose, unkritische Anhängen von „in“ oder „innen“, in welcher Form auch immer, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Die Mühsal der Verständlichkeit

Haben Sie schon mal etwas von „Lokalisierung“ gehört? Lassen Sie diesen Begriff einfach mal auf sich wirken. Dann bringen Sie ihn in Verbindung mit „Sprachanpassung“. Danach bewegen wir uns gemeinsam in einen Zusammenhang, den alte Business-Onliner allzu gut kennen.  „Think global – act local“ ist von jeher Warnung und Schlachtruf zugleich. Natürlich ist jedes Online-Angebot zunächst global verfügbar und erreichbar. Aber nicht überall wird die gleiche Sprache gesprochen. Selbst im englischen Sprachraum unterscheiden sich US-amerikanisches und britisches Englisch. Viele Deutsche tun sich mit beiden Varianten schwer. Deshalb gilt die Faustregel: Nur wem es tatsächlich gelingt, seine Zielgruppe zu genau lokalisieren und mit dem passenden Sprachcode zu erreichen, ist online dauerhaft erfolgreich. Und damit sind wir auch schon mittendrin im Thema des Monats:

Sprachanpassung von Websites als Arbeitserleichterung

Wenn Sie Ihre Websitebesuchenden oder -pflegenden in der Landessprache korrekt ansprechen, verbessert dies die Nutzerfreundlichkeit Ihres Online-Auftritts nach außen wie nach innen. Das bedeutet längere Verweildauern, gezielteres SEO-Ranking, Vermeidung von Fehlbedienung und weniger Verwirrung bei Systemmeldungen. Sie sammeln also eine Menge Pluspunkte, wenn Ihre Website „lokalisiert“ ist. Das gilt für jedes Land, in welchem Sie Kundschaft haben, und damit auch für jede Landessprache.

Werkzeuge zur Sprachanpassung gibt es natürlich für jedes professionelle CMS. Aber da wir hier in Deutschland sind und WordPress das weltweit beliebteste und ursächlich ein englischen Content Managment System ist,  beschäftigen wir uns im Oktober-Beitrag Können Sie „Lokalisierung“? mit der „Eindeutschung“ von englischsprachigen WordPress Anwendungen. Hier lernen Sie Werkzeuge und Methoden kennen, welche das Lokalisieren vereinfachen.

Wir versprechen Ihnen schon jetzt: Wenn Sie sich die Mühe machen, Ihre WordPress-Webseiten „vorne bis hinten“ zu lokalisieren, dann haben Sie einen ganzen Batzen Fleißarbeit vor sich. Aber die Mühe lohnt sich.

Bleiben Sie verständlich!

Ihr eBusines Lotse Berlin

Können Sie „Lokalisierung“?

Hilfreiche Tipps zur sprachlichen Anpassung von Webseiten mit WordPress

„Lokalisierung“ ist keine Modeerscheinung der neueren Webentwicklung. Sie ist von Anfang an ein MUSS. Denn hier geht es um die sprachliche Anpassung von Webseiten und Webanwendungen. Genauer gesagt: Um die Sprachverständnisgewohnheiten einer geografischen Region – das ist mehr als nur Übersetzen. Und wozu braucht man das? Ganz einfach, Sie wollen doch Ihre Webseiten-Besucher und Anwender erreichen. Also müssen Sie sie in ihrer Sprache auch korrekt anreden. Wortwörtlich.

Das Dumme ist nur, dass es viele spannende Anwendungen und Werkzeuge zum Beispiel für das CMS WordPress oft nur in englischer Sprache gibt. Und nicht jede/r hier in Deutschland beherrscht diese Sprache ausreichend gut. Dann gibt es je nach gewünschter Zielgruppe unterschiedliche Sprachcodes. Genau dafür ist die Lokalisierung gut.

Verschiedene Werkzeuge für verschiedene Ebenen der Lokalisierung

Zum besseren Verständnis trennen wir zunächst einmal WordPress in zwei Hauptebenen:

  • dem Frontend, also dem für alle sichtbaren Bereich der Webseite, und dem
  • Backend, der Einrichtungs- und Pflegeebene für Design, Funktionen und Inhalte.

Das Frontend (die Website) in deutscher Sprache einrichten

Da wir das Frontend ohnehin durch die Einrichtungsfunktionen von WordPress steuern, ist es einfach, die richtige Sprache zu finden – vorausgesetzt wir wissen, ob wir unsere Zielgruppe „duzen“ oder „siezen“ dürfen. Übrigens ist dies oft eine üble Falle. WordPress ist standardmäßig auf das „Du“ eingerichtet. Das kommt wohl daher, dass man in der Internetszene viele Jahre lang einigermaßen hemdsärmelig miteinander umgegangen ist. Das hat sich inzwischen komplett gedreht, also sagen Sie lieber „Sie“ zu den Webseitenbesuchern, wenn diese nicht gerade zu den deutlich unter 20-jährigen gehören.

Für diese Grundeinstellung verwenden Sie bei WordPress das Menü „Einstellungen → Allgemein → Sprache der Webseite“. Das ist der erste grundlegende Schritt.

Doch leider hat WordPress manchmal die unangenehme Eigenschaft, das trotzdem irgendwo das „Du“ durchrutscht. Das kommt meistens daher, dass entweder das verwendete Theme oder irgendein Plugin hier nicht ordentlich „lokalisiert“ – also durchgehend auf „Deutsch (Sie)“ eingestellt wurde bzw. die entsprechend korrekte Übersetzung fehlt. Aber dazu später mehr.

Mehrsprachigkeit von WordPress Websites

Die Lokalisation arbeitet natürlich in beide Richtungen. Wenn Sie einen Online-Shop oder ein Webangebot in Deutschland UND in anderen Ländern sprachlich angepasst betreiben wollen, dann brauchen Sie ein Übersetzungswerkzeug. Eine unserer Kundinnen verwendet hierfür das Plugin „Polylang“ und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Alles, was Sie jetzt noch brauchen, ist ein guter, am besten mehrsprachig muttersprachlicher Dolmetscher. „Google-Translate“ oder andere Übersetzungswerkzeuge, sind zwar inzwischen ganz brauchbar geworden. Aber ein sprachlich Versierter erkennt sofort die Maschinenübersetzung. Denn diese ist Algorithmus-basiert und damit häufig umständlich verklausuliert oder manchmal immer noch unfreiwillig komisch. Also definitiv nicht lokalisiert. Übrigens müssen Sie bei Übersetzungen ins Englische auch unterscheiden, Sie den amerikanisch-internationalen oder den britischen (commonwealth) Sprachraum adressieren. Denn auch hier gibt es feine, aber nicht unerhebliche Unterschiede.