Digitale Souveränität

Dabei muss das nicht sein, denn es gibt andere Möglichkeiten. Bei der BB-ONE.net haben wir bereits vor Jahren Cisco Routern wegen erwiesener Backdoors „Hausverbot“ erteilt. Und Windows verwenden wir im DataCenter nur dann, wenn unsere Kunden dies unbedingt fordern. Alles übrige (mehr als 95 %) wird per SNMP überwacht.

RZ-Leistungen made in „D“

Wenn die befragten IT-Experten mit 24,5 % mehr RZ-Leistungen aus Deutschland wünschen, dann erfreut uns das natürlich. Schließlich sind wir mit der BB-ONE.net doch immerhin einer der letzten rein deutschen Anbieter von RZ-Leistungen. Denn viele ehemals deutsche Anbieter gehören mittlerweile zu internationalen Private Equity-Unternehmen, die fast ausschliesslich US-Amerikanische, Britische oder Japanische Wurzeln haben.

Die beiden bekanntesten Hosting-Anbieter in Deutschland gehören zur United Internet-Gruppe (Strato, 1&1). Sie wenden sich eher an private Kunden und vermieten überwiegend Webspace. Zur Host Europe Group (HEG) gehört nicht nur der Webhoster „Host Europe“, sondern auch DomainFactory und Intergenia (bekannt durch Server4you). Eigentümer von HEG ist der Finanzinvestor Cinven Capital.

Dann gibt es noch die Hetzner GmbH sowie die Telekom als große deutsche Anbieter. Allerdings gibt es bei beiden keine Services wie Managed Hosting wie wir es verstehen. Damit fallen sie für alle Unternehmen ohne eigene ausgebaute IT-Abteilung mit Internet-Skills weg.

Ein anderes typisches Beispiel für die freiwillige Aufgabe der Digitalen Souveränitat ist das Outsourcing des Server-Managements und des gesamten Administrations-Bereiches durch die DomainFactory an mehrere ukrainische Freelancer in 2018. Dies wurde zunächst nicht einmal an die eigenen Kunden kommuniziert und führte dann zum Verlust der Hoheit über das eigene Rechenzentrum. Dass dann mehr als einen Monat über das entstandene Problem überhaupt nicht kommuniziert wurde, ist schon eher ein ergänzender Randaspekt.

Zweites Fazit

Sicherlich ist es sehr wichtig, sich unabhängiger von IT-Services aus dem Ausland zu machen. Das gilt natürlich in erster Linie hinsichtlich der US-Amerikanischen, Chinesischen, aber sehr wohl auch der Britischen Konzerne („Five Eyes, https://de.wikipedia.org/wiki/UKUSA-Vereinbarung). Generell sollte jedoch jedes Unternehmen darauf achten, die Oberhoheit über System-relevante Prozesse nicht zu verlieren.

Digitale Souveränität – was heißt das überhaupt?

Dieser Begriff „digitale Souveränität“ ist zunächst einmal nicht wirklich neu, wird allerdings seit einigen Monaten immer stärker benutzt. Sogar bei Wikipedia findet man eine durchaus passable Definition.