Digitale Souveränität

Gerade jetzt organisieren viele Unternehmen – unabhängig von ihrer Grösse – ihr Geschäft mit Hilfe von Plattformen, Software und anderen Tools von nicht-europäischen Anbietern, die also nicht an EU-Regeln gebunden sind. Ein Großteil der IT-Experten in Deutschland bewertet diese Abhängigkeit als zu hoch – etwa bei Endgeräten (32,3 Prozent), Bürosoftware (31,7 Prozent), Netzwerk-Software (30,9 Prozent) und verschiedenen Cloud-Services (zwischen 20,4 und 26,6 Prozent).

Zitat eco e. V.

Unternehmen und Institutionen in Deutschland hätten jedoch ein großes Bedürfnis die eigene Digitalisierung selbstbestimmt zu gestalten, sagt Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter digitale Geschäftsmodelle im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Dafür brauchen IT-Entscheider die Freiheit, IT-Ressourcen nach europäischen Standards zu beziehen und nutzen zu können“, sagt Weiss. Er fordert, offene Standards für Schnittstellen ebenso stärker zu fördern wie offene Quellcodes und das Prinzip der Datensouveränität zu unterstützen.

Diese Forderung teilt jeder zweite IT-Experte in Deutschland. Offene Standards für besseren Datenaustausch wünschen sich 52 Prozent der 500 von Civey befragten IT-Experten. Denn diese fehlen oder sollten stärker ausgebaut werden, damit das eigene Unternehmen digital souveräner handeln kann, sagen 45,8 Prozent der Befragten. Mehr RZ-Leistungen aus Deutschland wünschen sich 24,5 Prozent, mehr europäische IT-Anbieter am Markt 23,1 Prozent.
Quelle: https://www.eco.de/news/digitale-souveraenitaet-europaweite-unabhaenigkeit-in-der-infrastruktur/

Unterm Strich gesehen sprechen wir hier also von einem selbst gemachten Problem.

Offene Standards für mehr digitale Souveränität

Dabei gibt es einen Ausweg aus der Abhängigkeit von den Lösungen der großen IT-Player. Open Source Lösungen sind wie geschaffen für mehr digitale Souveränität. Inzwischen können sie für viele Schlüsselanwendungen eine echte Alternative anbieten. Und es gibt für viele Fragen europäische, sogar deutsche Antworten. Werfen wir einen Blick auf einige Beispiele.

Die viel beschworenen „offenen Standards“ existieren in vielen Bereichen schon seit langem. Aber warum werden diese entweder zu selten verwendet, offensichtlich totgeschwiegen oder sogar boykottiert? Ein typisches Beispiel ist der SNMP-Standard im Monitoring von IP-basierten Geräten. Hier kochen CISCO und Microsoft, zwei große Player im IP- und IT-Geschäft, ihr eigenes Süppchen. Um Geräte dieser Hersteller optimal monitoren zu können, muss man nämlich zusätzliche Software, die natürlich gerne Lizenz-behaftet ist, verwenden.