Digitale Positionierung und ihre 4 Aspekte

Der Fokus

Mitarbeiterführung, Teamentwicklung, Produkt- und Dienstleistungsdesign, gute Fachkräfte gewinnen, Kümmern um Vertriebswege, Kundenbeziehungen und – besonders aktuell – mit engem Controlling schauen, dass man gut durch die aktuelle Krise kommt … puh, es gibt auch schon in „normalen Zeiten“ verdammt viel zu tun! Was gut tut, doch gerne zu kurz kommt, ist die Strategie. Strategie kommt vom griechischen strategós, was eben so viel wie Hügel heißt – also den Überblick gewinnen. Es geht also um strategische Überlegungen (auch beim Thema digitale Positionierung). Die gute Nachricht ist, dass sich diese lohnen, denn sie unterstützen sehr gut darin, dann umso besser den Roten Faden auch durch die genannten Themen zu finden.

Digitale Positionierung

… zwei mächtige Worte treffen einander: Digitalisierung ist in aller Munde, doch was heißt das? „Hastig ein paar Online-Videokonferenzen und den Mitarbeitern ein Home-Office gebaut“, simsalabim und nun, sind wir nun „digitalisiert“? Die nüchterne Antwort lautet natürlich nein. Ohne strategische Positionierung können wir uns all das und auch die damit verbundenen Investitionen sparen.

Im Weiteren geht es darum, einen Roten Faden aufzuzeigen, wie ein ganzheitlicher Positionierungsprozess gut gelingen kann sowie um einen ersten Blick Richtung Umsetzung. Die digitale Positionierung ist dabei dann letztlich nichts anderes als die Übertragung in die digitale Welt.

Zunächst also die Frage, welche vier Aspekte den Roten Faden ermöglichen:

Das Rad der 4 Aspekte für eine gute Positionierung

Abb. 1: Das Rad der 4 Aspekte gelungener Positionierung, ©Roter Faden Consulting, Hermann Häfele.

Die 4 Aspekte in der Übersicht

Das Rad der 4 Aspekte für eine gute Positionierung:

  • Mission/Sinn und Ausrichtung: Herz
  • „besondere Kompetenzen: Plus
  • „Wirtschaftlichkeit: Preis/Geld
  • „Engpässe: Blitz

Im Folgenden gehen wir Schritt für Schritt durch alle Aspekte und überlegen anschließend, welche Wechselwirkungen sie miteinander haben. Alle Aspekte sind miteinander verbunden.

1. Der Herzaspekt im Norden des Rades

Wer erfolgreich sein will, muss wirklich gerne tun, was er tut, und zwar für Menschen und/oder Unternehmen, die dazu passen.

Stellen Sie sich hier folgende Leitfragen:

  • Was sind unsere Leidenschaften?
  • Wofür brennen wir?
  • Was liegt uns wirklich besonders am Herzen?
  • Was sind unsere Visionen und Ziele?

Und:

  • Mit bzw. für welche Zielgruppe wollen wir am liebsten arbeiten? Das können Menschen oder Unternehmen bzw. Organisationen sein.
  • Warum ausgerechnet die? Weshalb ist es uns ein Herzensanliegen, diesen Menschen/Unternehmen mit Problemlösungen zu dienen?

2. Das Plus für Stärken und Kompetenzen im Osten des Rades

Eventuell haben Sie schon öfter gehört, dass man sich der eigenen Stärken bewusst werden soll. Hier geht es um mehr, nämlich um echte „Tiefenbohrung“. – Was zeichnet Sie ganz besonders aus? Bohren Sie also tiefer als „kundenorientiert“, „kompetent“ oder „servicebewusst“! Das behauptet inzwischen nahezu jedes Unternehmen auf seiner Homepage. Was heißt das in Ihrem Falle genau?

Fragen, die hier den Weg weisen:

  • Was ganz genau sind unsere Stärken und besonderen Eigenschaften?
  • Welche Stärken und Kompetenzen hat niemand außer uns?
  • Welche zusätzlichen Kompetenzen benötigen wir, um optimale Problemlösungen für die Herz-Zielgruppe anzubieten?
  • Mit wem also könnten/müssten wir zusammenarbeiten, gerade bei Themen, die wir nicht selbst machen können oder wollen?
  • Ergänzend für die digitale Positionierung:
    Welche passenden Partner brauchen wir, um unsere Problemlösungen in der digitalen Welt bestmöglich umzusetzen?
    Beispiele dazu – Vorsicht, Werbung! – mögen auch Dienstleister für sichere und effektive Infrastruktur sowie technische Verlässlichkeit sein, wie etwa die BB-ONE.net, oder aber für bestmögliche „Abholung“ und für Weiterbildung der Mitarbeiter auf dem Wege in die digitale Welt, wie etwa die CQ Beratung+Bildung GmbH.

3. Wirtschaftlichkeit und Finanzen (Preisfindung) im Süden des Rades

Es gehört zu einem erfolgreichen Positionierungsprozess, auch die Geldfrage zu betrachten – als Abgleich mit der aktuellen Ist-Situation sowie als Gradmesser, ob die Positionierung erfolgversprechend ist. Dabei geht es nicht um Gewinnmaximierung, wie in der klassischen Betriebswirtschaftslehre, sondern um Nutzenmaximierung, denn strategische und digitale Positionierung für kundenorientierte Unternehmen nach dem Roter-Faden-Prinzip basiert auf der Engpass-konzentrierten Strategie nach Prof. Wolfgang Mewes (1924-2016). Mewes hätte gesagt: „Zunächst geht es um den Nutzen, der Umsatz bzw. Gewinn werden als angenehme Nebenwirkung folgen.“

Beispiele für Fragen, die hier richtig verortet sind:

  • Wie viel ist es der Zielgruppe wert, dass ihr Engpass (= brennendstes Problem, siehe unten) gelöst wird?
  • Was gewinnt die Zielgruppe durch Ihre Lösungen?
  • Was würde es sie kosten, wenn sie Ihre Lösungen nicht nutzen würde oder aber selbst abdecken müsste?
  • Wie zahlungskräftig ist die Lieblingszielgruppe wirklich?
  • Wie müssen Lösungspakete ggf. geschnürt werden, damit sie von der Zielgruppe angenommen und gerne bezahlt werden?

4. Der Blitz als Symbol für Energie im Westen des Rades

Der Unternehmensberater und Autor Peter Sawtschenko hat immer wieder darauf hingewiesen: In einem gelingenden Positionierungsprozess ist es sehr wichtig, das „brennendste Problem“ (= Engpass) der Zielgruppe zu identifizieren und dafür Lösungen anzubieten. Je drängender die Lösung des Problems ist, desto höher ist die „Leidensenergie“ auf der Seite Ihrer Kunden.

Fragen, die Sie bei diesem Aspekt weiterbringen:

  • Was ganz genau ist der brennendste Engpass Ihrer Zielgruppe?
  • Wie genau äußert sich der Engpass?
  • Wie groß ist das „Leiden“ der Zielgruppe und was wäre es ihr wert, eine gute Problemlösung zu bekommen?
  • Was ist der objektive Engpass und was ist der „gefühlte“ Engpass?
  • Ergänzend für die digitale Positionierung:
    Messen Sie die Effektivität des Einsatzes Ihrer Marketingmittel?
    Wenn Sie all diese Fragen nicht sehr scharf herausgearbeitet und die dazu am besten passenden Keywords gefunden bzw. definiert haben, brauchen Sie gar nicht erst über Online-Aktivitäten nachzudenken.
    Tun Sie das – ggf. mit Hilfe guter Dienstleister – und Sie haben die passende „Übersetzung“ in die digitale Welt! Es ist erstaunlich, doch der Google-Algorithmus ist mittlerweile längst so „intelligent“, dass er tatsächlich erkennt, ob etwas für eine Zielgruppe wirklich nützlich ist.
4-fach-Tischtennis

Abb. 2: „Tischtennis zu viert – Die Wechselwirkungen“, ©Roter Faden Consulting, Hermann Häfele.

Wechselwirkungen

Wie oben beschrieben, gibt es starke Wechselwirkungen zwischen den 4 Aspekten. Wirklich hilfreich ist es – im wörtlichen und im übertragenen Sinne des Wortes – in Bewegung zu kommen.

4-fach-Tischtennis“:

Es geht sowohl hin und her, als auch im Kreis herum…